Freunde finden im Ehrenamt

"engagiert in ulm" möchte beim ehrenamtlichen Engagement alle Grenzen überwinden. Aus diesem Grund baut die Freiwilligenagentur die interkulturelle Zusammenarbeit mit Geflüchteten und Menschen mit internationalen Wurzeln aus.

Illustration: Daniel Freymüller/123comics.net

Gabriele Mreisi ist seit Beginn des Jahres viel unterwegs. Zum Beispiel im Canapé Café, bei der Caritas und bei der Diakonie. Dies ist nur eine kleine Auswahl der Institutionen, die die Leiterin der Freiwilligenagentur in den vergangenen Wochen besucht hat. Sie möchte weiterte Kontakte knüpfen und für ihr Anliegen werben. Denn Gabriele Mreisi möchte all den Menschen mit internationalen Wurzeln, die bereits schon länger in Ulm wohnen oder als Geflüchtete hier eine neue Heimat gefunden haben, helfen, ein passendes Ehrenamt zu finden: "Dazu benötigt es den Auf- und Ausbau eines Netzwerkes mit den Organisationen und Vereinen, die in der Integrationsarbeit aktiv sind und mit jenen Menschen in Berührung kommen, für die eine Arbeit in den klassischen Feldern des Ehrenamtes möglich ist."

Durch die Schaffung von zunächst ehrenamtlichen Arbeitsmöglichkeiten, das Knüpfen von Kontakten, den Erwerb praktischer Erfahrungen und die Vertiefung der deutschen Sprachkenntnisse soll Geflüchteten und Migranten langfristig der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden. Wer weiß, vielleicht können sich dadurch mittel- und langfristig sogar Arbeitsplätze entwickeln.

Doch steht bei dem Projekt beileibe nicht nur die Chance, einen Job zu finden, im Vordergrund. Gabriele Mreisi: "Die Gründe, weshalb sich zum Beispiel Geflüchtete in die Gesellschaft einbringen möchten, sind vielfältig. Sie möchten einheimische Freunde finden, streben eine sinnvolle Tätigkeit gegen Langeweile an, suchen Ablenkung und möchten vor allem als Menschen wahrgenommen werden, die bestimmte Fähigkeiten und Kompetenzen haben."

Keine Frage, die Bereitschaft von Menschen mit internationalen Wurzeln, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist gegeben. Der Weg ist jedoch nicht immer einfach. Denn Engagierte mit Fluchtgeschichte sind zwar hoch motiviert, aktiv zu sein und anderen zu helfen, doch gilt es eben auch viele Barrieren zu überwinden. Neben dem Erlernen der deutschen Sprache, dem Verstehen von neuen bürokratischen Abläufen und Gesetzen gilt es nicht selten, den schmerzhaften Verlust von Angehörigen zu überwinden. All dies kostet Kraft und Zeit. Eine Unterstützung darf hier nicht fehlen.   

Gabriele Mreisi weiß, dass nach einer ersten Kontaktaufnahme eine persönliche Beratung und auch Begleitung das A und O ist: "In den kommenden Monaten ist eine effektive Vorbereitung sehr wichtig, damit die Vermittlung von den hier lebenden Menschen mit internationalen Wurzeln, die sich engagieren möchten, ein ganz normaler Prozess werden kann." Um dieses Ziel zu erreichen, ist Gabriele Mreisi gerne viel unterwegs. Sie ist offen für weitere Einsatzmöglichkeiten und freut sich auch über neue Kontakte von Institutionen und Vereinen. 

Stefan Loeffler für engagiert in ulm