Ankommenspatenschaften sind angekommen!

Das Modellprojekt "Ankommenspatenschaften", das in unserer Stadt durch "engagiert-in-ulm" organisiert wird, ist Teil des Bundesprogramms "Menschen stärken Menschen". Es ist deutlich: Ankommen und Integration sind ein Prozess. Dazu bedarf es vieler, die zusammenhelfen. Wir alle haben uns an das neue bunte Stadtbild mit verschiedenen Gesichtern ein Stück weit gewöhnt. Die Menschen und ihre Geschichten sind hier. Sie brauchen Kontakte zu Einheimischen. Und für uns Ulmer/innen lohnt es sich, sie kennen zu lernen.

Durch ein Informationstreffen oder eine Beratung werden volljährige Freiwillige auf ihr Engagement vorbereitet. In einem weiteren Treffen werden Tandems mit geflüchteten Menschen gebildet. Manchmal sind das Familien, manchmal Einzelpersonen.

Ankommenspatenschaften sind einfach und unkompliziert.
Zu jeder Zeit ist die Freiwilligenagentur begleitender Ansprechpartnerin. Ehrenamtliche nehmen einen oder mehrere Flüchtlinge für eine Weile mit in ihre Freizeit. Dem eigenen Hobby mit Freunden nachgehen und jemanden mit zu nehmen ist kaum zusätzliche Zeit. Aber es ist echte Hilfe, Kontakte zu bekommen und zu erleben, wie es hier läuft.

Die meisten Flüchtlinge sind schon seit geraumer Zeit hier und haben ihre ersten Deutschkenntnisse. Sie haben kaum Anwendungsmöglichkeiten, durch fehlende Kontakte zu Ulmer/innen. Viele Flüchtlinge sind bereits fleißig dabei, sich um Ausbildung/Arbeit zu bemühen, um selbständig zu werden. Sie benötigen Unterstützung im Papiere-Wald deutscher Bürokratie, kennen nicht unser Steuersystem unsere Zahlungsmodalitäten, verstehen offizielle Schreiben sprachlich schwer. Wer hilft hier mit, damit Fehler vermieden werden können? Letztlich hat jeder hat die Möglichkeit die eigene Patenschaft individuell zu gestalten. Allein, mit Partner oder Familie.

Zeitlich überschaubarer Zeiteinsatz mit großer persönlicher Flexibilität
Das 3 x 3 Stunden-Prinzip der "Ankommenspatenschaften" hat sich als leichten Einstieg und wie ein kleiner Sympathie-Check bewährt. Oft wird eine weiterreichende Verbindung daraus. Manche unserer Patenschaften dauern mittlerweile schon ein Jahr. Manchmal ist es auch einfach ein kurzer Crash-Einsatz in Sachen Deutschhilfe vor einer Prüfung. Gemeinsam lesen und sprechen hilft schon.

Für die Freiwilligen, die sich engagieren möchten ist es ein Angebot in einem Bereich, der bewegt und uns alle die nächsten Jahre beschäftigen wird. Inzwischen gibt es anschauliche Erzählungen, viele Erfahrungen aus etlichen guten Patenschaften, die beide Seiten bereichern und auch bewegen. In jedem Fall bleibt die Freiwilligenagentur "engagiert in ulm" begleitender Ansprechpartnerin.

Einzel-Tandems sind persönlich und flexibel
Hierbei geht es um konkrete Unterstützung oder Ansprechpartner für Fragen sein, Anschluss bieten, oft auch einfache Hilfe/Üben mit der deutschen Sprache.

Familien betreuen Familien
Auch diese Form einer Patenschaft gibt es und ist spannend. Kinder sind immer Brücken, denn sie haben keine Sprachbarriere. Von Haus aus sind manche Bedürfnisse ähnlich, Kenntnisse der einen Seite für die Neuen so hilfreich.

Ersatz-Oma sein
Das tut beiden Seiten gut und bietet Zugang zu den Frauen. Unterstützung für junge Mütter ist auch hierzulande vielfach ein Thema der Frauen. Wenn eigene Enkelkinder fehlen oder weit weg sind... -  dann finden sich hier auf der anderen Seite Situationen, in denen eine Oma fehlt.

In Teams ist es abwechslungsreich
Nicht selten schließen sich mehrere Paten und Flüchtlinge zu einer Gruppe zusammen und unternehmen etwas gemeinsam. Das erleichtert die Kommunikation, ist locker und ermöglicht auch, dass Menschen, die ohnehin gemeinsam Freizeit verbringen, gleich mehrere Geflüchtete zusammen mitnehmen.

Für beide Seiten ein Gewinn und gute Chance, auf leichte Art kleine Einblicke in die jeweils andere Kultur zu bekommen und gleichzeitig interessante, weil interessierte Menschen kennen zu lernen.

Infos und Kontakt unter:  www.engagiert-in-ulm.de  oder  tandem@engagiert-in-ulm.de